FDP sucht Gespräch mit jungen Leuten und ist beeindruckt

Langen - Jugendliche sollen sich in die Stadtpolitik einbringen können, so sieht es ein neues, vom Magistrat in Absprache mit dem städtischen Fachdienst Soziales und Bildung entwickeltes Konzept vor.

Der Fachdienst steht seit geraumer Zeit im Gespräch mit etwa einem Dutzend wünschen. Der erste Anlauf endete zwar in der Novembersitzung des Ausschusses für Soziales, Kultur und Sport mit einem Eklat – die Mehrheit der Parlamentarier verweigerte den vom Magistrat eingeladenen Jugendlichen das Rederecht – doch die jungen Leute haben die Flinte nicht ins Korn geworfen. Zusammen mit Mitarbeitern des Fachdiensts waren sie kürzlich auf Einladung der FDP bei deren „Treffpunkt Liberal“ zu Gast. Stellvertretend für die Gruppe erläuterten Tim Kolmschlag (16), Joschua Thierolf und Stine Vogel (15) die Ideen zur Gestaltung eines Forums.

So soll dieses aus 45 jugendlichen Delegierten (Schüler, Vereins- und Kirchenvertreter sowie per Losverfahren Gewählte) bestehen. Ideen aus selbst organisierten Arbeitsgruppen sollen mit dem Bürgermeister diskutiert werden und in Anträge münden, die sodann über die Verwaltung ins Stadtparlament eingebracht werden. Auch eine Einbindung in die Gremien mit Rederecht wünschen sich die Jugendlichen. Es sind Themen wie Spielplätze, Fahrradwege und Sportanlagen, die sie interessieren, aber auch die Ansiedlung von Schnellrestaurants. „Wichtig ist uns, dass diese Themen überparteilich behandelt werden“, stellt Tim Kolmschlag heraus. Langens Liberale zeigen sich beeindruckt vom Interesse und Engagement der Jugendlichen und motivieren diese, sich nicht durch die „zum Teil langwierigen Verwaltungs- und Gremienprozesse entmutigen zu lassen“. Die Idee der Jugendlichen, Stadtverordnete als Paten heranzuziehen, findet bei den Liberalen Gefallen.

Vorlagen über mögliche Beteiligungsformen gibt es genug, dennoch sind sie in vielen Städten langfristig fehlgeschlagen. „Es geht also darum, Formen zu finden, die dauerhaft funktionieren“, betont Fachdienstleiterin Martina Waidelich. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt müssen die Stadtverordneten nur über die Einrichtung eines solchen Forums befinden, sodass damit die Gelder des Bundesprojekts „Demokratie Leben“ freigegeben werden, die etwa für Veranstaltungen gebraucht werden. „Uns geht es vor allem darum, auf den Weg zu kommen und einen Prozess zu initiieren“, sagt Waidelich. „Wir freuen uns sehr über das politische und demokratische Engagement der Jugendlichen und sind gespannt auf die Impulse, die wir in zukünftigen Sitzungen erhalten werden“, unterstreicht FDP-Stadtverordneter Mathias Rhiel. Der Sozialausschuss behandelt das Thema in seiner Sitzung am Donnerstag, 9. Februar (20 Uhr). (hob)

Aus der Langener Zeitung, vom 07.02.2017