Langener Zeitung, 17.02.2006 (ble)

Die Zukunft des alten SSG-Platzes ist weiterhin völlig offen: Der Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport lehnte am Mittwochabend mit breiter Mehrheit eine Initiative der Grünen ab, die nach dem Bau von ZenJA und Sporthalle verbleibenden Flächen ausschließlich für eine öffentliche Sport- und Freizeitnutzung umzugestalten.

Einen entsprechenden Beschluss gibt es eigentlich bereits, durch die aktuelle Diskussion um den Standort einer Altenwohnanlage "sehen wir diesen aber gefährdet und wollen Nägel mit Köpfen machen", argumentierte Tobias Wilbrand von den Grünen. Es gelte, die Frischluftschneise, "den letzten verbliebenen grünen Fleck im Stadtkern", zu retten.

Panikmache hielt Jens Becker (FDP) den Grünen vor, denn selbst beim Bau eines Seniorenheims bleibe vor dem ZenJA "ein riesengroßes Stück Grün". Eberhard Heun (SPD) war gar der Meinung, dass es in Langen genügend andere Frischluftschneisen gebe. Die CDU schließlich hatte "ein Problem damit, das jetzt schon so definitiv festzuschreiben", betonte Karin Eberhardt. Zudem gebe es ja bereits einen Beschluss für einen Stadtgarten, neu sei lediglich, dass die Grünen im Jahr 2007 Geld für die Umgestaltung ausgeben wollten.

Auch die Entgegnung Wilbrands, dass nach dem Bau eines Heims gerade noch ein "Innenhof" übrig bleibe, in dem die Luft angesichts der Bebauung auf allen vier Seiten nicht mehr zirkulieren könne, stimmte die anderen Fraktionen nicht um. Der endgültige Beschluss im Stadtparlament ist somit Formsache.

Obwohl nach dem Auftauchen weiterer Interessenten ausschließlich ein Grundsatzbeschluss für den Bau einer Altenwohneinrichtung gefällt werden sollte, drehte sich die Debatte zu diesem Punkt natürlich auch immer wieder um das Thema alter SSG-Platz. Zusätzlich Verwirrung stiftete ein Änderungsantrag der CDU, den Fraktionschef Berthold Matyschok zu begründen versuchte, obwohl er gegen seinen erklärten Willen von der Mehrheit seiner Fraktion durchgesetzt worden sei. Auf jeden Fall war es der Union plötzlich nicht mehr wichtig, dass das Seniorenheim in zentraler Lage entsteht - obwohl dies in ihrem Kommunalwahlprogramm stehe, wie Bürgermeister Dieter Pitthan süffisant anmerkte. Zudem solle in der Anlage "überwiegend" Betreutes Wohnen angeboten werden, so die Union - genau dann aber sei sie finanziell nicht tragbar, entgegneten Pitthan und Fachbereichsleiterin Marita Scheer-Schneider. Dies habe sich bei allen Gesprächen mit potenziellen Investoren und Betreibern gezeigt und sei auch den Fraktionen bekannt. Überhaupt sei es wichtig, das zu berücksichtigen, was der künftige Träger vorbringe, "denn die haben die neuesten Kenntnisse", so Pitthan. Nach 45-minütiger Diskussion zog die CDU den Änderungsantrag dann bei einer gleichzeitigen geringfügigen Änderung in der Ursprungsvorlage zurück. Obwohl der Antrag weiterhin klar aufs alte SSG-Gelände zugeschnitten sei und sie gerne weitere Standorte geprüft haben wollten (was laut Scheer-Schneider aber bereits geschehen ist), hatten auch die Grünen kein Problem mit der Vorlage, da sie ja für ein Seniorenheim, aber eben nicht an der Zimmerstraße seien. Somit stimmten alle Ausschussmitglieder zu, dass der Magistrat weiter verhandeln soll.

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