Frankfurter Neue Presse, 10.11.2008

Langen. "Leider ist es so: Wenn ein Gebäude länger leer steht, werden halt Fenster eingeschlagen oder Wände beschmier", sagt Langens Pressesprecher Roland Sorger. Konkret geht es um das immer noch leer stehende ehemalige Pittler-Hochhaus und das unbebaute Areal drumherum. Für das Hochhaus, das zum komfortablen Bürogebäude umgebaut werden soll, sucht der Eigentümer schon seit langem nach Mietern, bisher aber vergeblich.

Die FDP hatte sich über den Vandalismus in Langen beklagt und dabei auch auf die unbefriedigenden Zustände in der Pittlerstraße hingewiesen. FDP-Ortsvorsitzender Rolf Diefenthäler schildert seine Eindrücke: "Fahre ich die Pittlerstraße entlang, fällt mein Blick auf leere Gewerbeflächen, Gebäude mit eingeworfenen Fensterscheiben, Müll und umgeworfene Bauzäune." Dies habe sicherlich eine abstoßende Wirkung auf Unternehmen, die sich dort niederlassen wollen. "Hier wäre ein Handeln des Eigentümers sicher sinnvoll." Eigentümer ist die Südpark-Entwicklungsgesellschaft Dreieich. Die FDP hat noch eine weitere Stelle ausgemacht, wo dringend etwas geschehen sollte: die Wingert-Grillhütte am östlichen Stadtrand. "Wer auf der Apfelweinroute spazieren geht, kommt unweigerlich an der Hütte ? oder das was von ihr noch übrig geblieben ist ? vorbei, das ist fürwahr kein schöner Anblick", so Diefenthäler. Die Hütte sei angekokelt und schmutzig, der Blitzableiter sei nach und nach aus der Verankerung gerissen und schließlich entfernt worden. Kurzum: "Wer dort Naherholung sucht oder mit der Familie und Freunden grillen möchte, ist sicherlich schockiert über das äußere Bild."

Sorger bestätigt: "Der Zustand der Wingert-Grillhütte ist problematisch." Die Stadt sei darüber nicht glücklich, "die Hütte ist uns von der Gesellschaft für die Regionalparkroute quasi aufs Auge gedrückt worden." Die radikalste Lösung wäre, das Ganze abzureißen. "Wir schicken schon mal die City-Streife raus, um nach dem rechten zu sehen." Das nutze aber offenbar wenig. Die FDP appelliert an die Bürger, dem Vandalismus und der Vermüllung, wo auch immer, Einhalt zu gebieten.

"Es kann nicht sein, dass Menschen, die das Eigentum anderer oder der Gemeinschaft beschädigen oder gar unbrauchbar machen, ungeschoren davon kommen", meint Diefenthäler. Das Auge des Gesetzes könne nicht überall sein, daher sollten die Bürger jede Art von Vandalismus melden. Sorger verspricht: "Die Stadt kümmert sich drum." (von Manfred Wawra)