Mehrheit findet Magnet anziehend

Langen - „Ja, wir brauchen den Supermarkt in der Bahnstraße.“ So deutlich, wie es FDP-Fraktionschef Christian Jaensch formulierte, sieht es eine Mehrheit der Kommunalpolitiker. Von Markus Schaible

Und deshalb empfiehlt der Bauausschuss der Stadtverordnetenversammlung, den vom Magistrat erarbeiteten Bebauungsplan öffentlich auszulegen. Auf ihrem Weg in den Sitzungssaal müssen die Ausschussmitglieder erst einmal an einer Gruppe Anwohner des Karrees zwischen Bahn- und Garten-, Taunus- und Heinrichstraße (was sie zu erbitterten Gegnern des Projektes macht) vorüber. Sie bevölkern dann bei der Debatte auch den Zuschauerraum – und müssen sich von Erstem Stadtrat Stefan Löbig (Grüne) und dem zuständigen Fachbereichsleiter Carsten Weise erst einmal einiges anhören. Was in dem umstrittenen Flugblatt (von dem sich einer der Unterzeichner inzwischen deutlich distanziert habe) und in Internetforen behauptet werde, sei teilweise falsch dargestellt, teilweise wissentlich gelogen.

Weise widerspricht zudem der Aussage, dort entstehe „ein riesiger Supermarkt“. Im Gegensatz zu den anderen Läden in der Bahnstraße sei zwar „ein großes Geschäft“ geplant – im Vergleich aber beispielsweise zum Edeka im Neurott (über 3000 Quadratmeter) sei mit 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche ein kleiner Lebensmittelvollversorger dort vorgesehen. Simon Valerius, Chef der Stadtplanungsabteilung, ergänzt, dass die Abstände zu den bestehenden Gebäuden erheblich größer seien als laut Bauordnung erforderlich, zudem mit sehr viel Grünfläche geplant werde. Ferner macht er deutlich, dass zum jetzigen Zeitpunkt weder über die Details der Bebauung noch die Gestaltung der Gebäude abgestimmt werde. In der Auslegungsphase des Bebauungsplans könnten Anlieger und Träger öffentlicher Belange Anregungen und Kritik äußern, die dann in der Abwägung eingearbeitet werden. Zudem werde die gesamte Verkehrsproblematik beleuchtet, für die nach seiner Ansicht mit zwei synchronisierten Ampeln eine „sehr elegante Lösung“ gefunden worden sei. Die Quantität des Verkehrs werde durch den Neubau zwar zunehmen, „aber die Qualität, sprich der Verkehrsfluss, wird verbessert“, betont Valerius.

Für die Vertreter von SPD, Grünen und FDP ist das Projekt unabdingbar für eine positive Entwicklung der Innenstadt. Rainer Schöner (Grüne) sagt beispielsweise: „Wir müssen das Gesamtwohl der Bevölkerung im Blick haben. Das ist die letzte Chance für die Bahnstraße.“ Eberhard Heun (SPD) zitiert genüsslich eine Pressemitteilung der FWG-NEV, die 2005 genau an der Stelle einen Supermarkt mit Tiefgarage forderte, jetzt aber nichts mehr davon wissen wolle. „Wir sind nicht gegen einen Supermarkt, aber gegen eine Hinterhofbebauung in dieser massiven Art“, begründet Uli Vogel (FWG) die Ablehnung. Die CDU hingegen hat noch Fragen zum Bebauungsplan, möchte die Entscheidung gar erst nach der Kommunalwahl treffen. Als dieses Ansinnen scheitert, enthalten sich die Unionspolitiker, um die im Ausschuss erhaltenen Antworten noch einmal intern zu diskutieren.

Aus der Langener Zeitung vom 29.01.2016

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