FDP zeigt beim Dreikönigstreffen „klare Kante“: Fokus auf Finanzen, Wirtschaft und Bebauung

LANGEN • Eine stärkere FDPFraktion in der Stadtverordnetenversammlung, mit deren Hilfe es gelingt, die rot-grüne Mehrheit zu brechen. Mit diesem Ziel und mit sechs Spitzenkandidaten ziehen Langens Liberale in den Kommunalwahlkampf. Beim  traditionellen Dreikönigstreffen stellte dieses Sextett sich und die liberalen Schwerpunktthemen vor.

Die „grundsätzliche Ausrichtung auf Themen, bei denen der Wähler der FDP Kompetenz und Glaubwürdigkeit zugesteht“ verordnet Ulrich Krippner seiner Partei. Krippner – auf Listenplatz zwei stehend und seit 2003 Vorsitzender des Langener Gewerbevereins – nennt als Schwerpunkte die städtischen Finanzen, Wirtschaftsförderung und Gewerbeansiedlung sowie die Bebauung. Sein Fazit: „Zwischen Unternehmern und Verwaltung prallen aktuell Welten aufeinander, etwa bei Themen wie der Verkehrsanbindung, insbesondere dem vierspurigen Ausbau der B486 in Richtung A5.“

Ortsvorsitzender und Spitzenkandidat Rolf Diefenthäler hat keine Lust mehr auf „parlamentarische Märchenstunden“. Den Goldesel Gewerbesteuer kenne in Langen
keiner mehr – „da muss man in unsere Nachbarstädte Dreieich und Neu-Isenburg schauen. Die wissen, wie man damit umgeht“. Wer wie die politischen Mitbewerber Ansiedlungspolitik als Weg zum ausgeglichenen Haushalt anpreise, müsse zugleich eingestehen: „Wer Ja zu neuen Baugebieten sagt, muss auch Ja zu allen Folgekosten sagen! Aber die Konsequenzen und nötigen Randbedingungen spricht außer uns keiner an.“

Am ernsthaften Sparwillen fehle es dem rot-grünen Lagerin Langen – „und wenn plötzlich nach dem Schulterschluss gerufen wird, nachdem zuvor im Machtmodus und oft genug nur mit einer Stimme Mehrheit Beschlüsse durchgewunken worden sind, dann hat das mit dem oft zitierten Handreichen rein gar nichts zu tun.“

Von der FDP könne der Wähler „klare Kante“ erwarten, unterstreicht Mathias Rhiel (Listenplatz vier): „Wir stehen für die Stärkung der kommunal ansässigen Wirtschaft als wichtigster Finanzier unserer sozialen Einrichtungen und städtebaulichen Errungenschaften. Zunächst gilt es, die Wirtschaft zu stärken und damit Steuern einzunehmen, dann erst können wir das erwirtschaftete Geld wieder ausgeben.“

Viel zu oft habe er in den vergangenen Jahren in der Stadtverordnetenversammlung hören müssen: „Undwenn wir nur eine Stimme Mehrheit haben, dann werden wir das heute Abend beschließen“, beklagt Christian Jaensch. „Und allen Ernstes sind SPD und Grüne auch noch gegen den Ausbau der B486, den wohl wichtigsten Anreiz für Wirtschaftsunternehmen, sich in Langen anzusiedeln“, legt Jaensch (Listenplatz drei) nach.

Um eine ganz andere Perspektive erweitert Tatjana Zwahr (Listenplatz fünf, gefolgt von Julia Glock, Listenplatz sechs) die FDP-Vorhabenliste für die kommenden acht Wochen: „Wir werdenalles dafür tun, dass möglichst  viele der rund 60 Prozent Nichtwähler aus dem Jahr 2011 wieder einen Sinn darin sehen, am 6. März zur Wahl zu gehen.“

Von Holger Borchard aus der Langener Zeitung vom 09.01.2016