LANGEN • Als die FDP Anfang 2015 ankündigte, das 70-jährige Bestehen des Ortsverbandes feiern zu wollen, war sie wohl etwas zu euphorisch. Nach genaueren Recherchen ist es erst 2017 so weit. Doch: Von den nun 68 Jahren ist Dieter Bahr 50 Jahre dabei.

Dieter Bahr ist ein echtes liberales Urgestein, war Jahrzehnte an vorderster Front für die FDP engagiert. Der gebürtige Breslauer kam über Bayern und Niedersachsen 1961 nach Langen. In Darmstadt studierend, trat Bahr 1965 den Deutschen Jungdemokraten und dem FDP-Ortsverband Langen als Mitglied bei. "Er war nie ein Freund der langen Vorreden und so war es auch nur konsequent, dass er alsbald aktiv Ämter im Vorstand übernahm und im Kreis- und Landesgremien mitarbeitete", lobte Ortsvorsitender Rolf Diefenthäler in seiner Laudatio.

Am 1. September 1969 zog Bahr als Nachrücker für Kurt Birken ins Stadtparlament ein; schon ein Jahr später wurde er Fraktionsvorsitzender. Trotz zweier Zwangspausen 1990 bis '94 und '98 bis 2002, als die Liberalen an der Fünfprozenthürde scheiterten, kam der Finanzexperte Bahr letztlich auf 35 Jahre Parlamentsarbeit. "Es lässt sich nur schwer erfassen, wie viel ehrenamtliche Arbeit, entbehrte Freizeit, Fingerspitzengefühl, Frustration, Enttäuschungen, Freude und Chancen sich darin wiederfinden konnten", so Diefenthäler.

1970 und 1974 wurde Dieter Bahr zum Landtagskandidaten der FDP nominiert. Von 1972 bis 1976 war er Mitglied des Kreises Offenbach. Er war Ortsvorsitzender, dazu kamen verschiedenste Ämter im Orts- und Kreisvorstand sowie seine Mitarbeit im Landesfachausschuss für Umweltpolitik. Dieter Bahr initiierte die sogenannten "Langener Begegnungen," die Treffen mit den Liberalen in Mark Brandenburg. "Ehrenamtlicher Vollblutpolitiker" wurde er 1990 vom damaligen FDP-Bundesvorsitzenden Otto Grad Lambsdorff genannt - dem wird kein Weggefährte widersprechen. • ble

Aus der Langener Zeitung vom 19.12.2015.

 


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