Langen - Die kleine FDP eröffnet traditionell den Reigen der großen Parteitreffen. „Nicht wehklagen, sondern die Initiative ergreifen“, heißt es nach einem der bittersten Jahre seit Bestehen der Freidemokraten. 

Das Treffen nutzten die Parteimitglieder, um auf lokaler und überregionaler Ebene Jahresbilanz zu ziehen und nach vorne zu schauen. Nur ein engagiertes Eintreten für die Maxime der Liberalen hilft aus der Misere. Davon sind Ortsverbandsvorsitzender Rolf Diefenthäler, Fraktionschef Christian Jaensch und Kreisverbandsvorsitzender René Rock überzeugt. Denn FDP-Grundsätze seien weder auf Bundes-, Landes- noch kommunaler Ebene von den Bürgern richtig wahrgenommen worden. Das Resultat ist bekannt: Die Liberalen ernteten ein katastrophales Wahlergebnis.

„Wir haben den berühmten Schuss vor den Bug bekommen, der für viele schlimmer ausfiel als gewünscht.“ Grund zu Optimismus gibt es aus Sicht von René Rock trotzdem: „In den letzten Wochen sind ungewöhnlich viele neue Mitglieder eingetreten.“ Das spreche dafür, so der Kreisverbandsvorsitzende, dass es um die FDP und ihre vorrangigen Themen nicht gar so schlecht bestellt sei. Als Landtagsabgeordneter blickte Rock zudem auf die neue Konstellation in Wiesbaden, die wohl einen Grünen zum neuen Regierungspräsidenten in Darmstadt machen wird. „Was das für den Flughafen, aber auch für den Kiesabbau in Langen bedeutet, wird sich bald herausstellen“, so Rock.

Rolf Diefenthäler knüpfte ans Lokalpolitische an: „Wir konnten nicht verhindern, dass das Megaprojekt Liebigstraße durchgewunken wurde. Die geplante Wohnbebauung in einer Entfernung von nur 20 bis 25 Metern zur Bahntrasse halten wir für falsch.“ Auch das neue Quartierszentrum auf dem Stadtwerke-Gelände beurteilte der Vorsitzende kritisch angesichts der stets von den Regierungsparteien proklamierten Belebung der Bahnstraße. „Wegen leerer Kassen werden die Bahnsträßler wohl noch eine Weile auf die mehrfach angedachte Verschönerung warten müssen“, so Diefenthäler. Nur private Initiativen, wie die des Kaufhauses Braun, brächten punktuell Besserung.

„Wir freuen uns aber über neue Ansiedlungen an der Pittlerstraße oder die Wohnbebauung an der Elisabeth-Selbert-Allee, obwohl wir kaum mit zusätzlichen Steuereinnahmen rechnen können“, kam Rolf Diefenthäler auf positive Entwicklungen zu sprechen. Stark machen wolle sich die FDP künftig weiterhin für den Ausbau der B 486 als Anbindung an die A 5, die Installation eines zeitgemäßen Breitbandnetzes und eine maßvolle Finanzpolitik ohne Flucht unter den Rettungsschirm.

Christian Jaensch ließ schließlich Worte zur überregionalen Lage der FDP folgen, bevor auch er bekräftigte, dass der Langener Schuldenberg mit einem aktuellen Jahresdefizit von 15,3 Millionen Euro nicht weiter wachsen dürfe. „Wer auch immer der nächste Bürgermeister wird oder bleibt“, so der Fraktionschef, „wird die Aufgabe haben, sich der wirtschaftlichen Problematik mit eigenen Visionen zu stellen.“

Von Leo F. Postl, aus der Langener Zeitung vom 08.01.2014


Ihr Bundestagskandidat

KRK

Wahlprogramm

Wahlprogramm2016