Langen. Was hat John F. Kennedy mit der Langener Kommunalpolitik zu tun? „Mir hat der amerikanische Präsident als Mensch imponiert. Und er war letztlich der Grund, warum ich mich überhaupt erst einmal mit Politik beschäftigt habe“, erinnert sich Dieter Bahr, Fraktionsvorsitzender der Langener FDP schmunzelnd. Die Begeisterung war so groß, das sie schon mehr als 40 Jahre lang anhält – so lange engagiert sich Bahr schon für die kommunale Politik in der Sterzbachstadt. Seine Parteifreunde dankten ihm für die jahrzehntelange ehrenamtliche Arbeit nun mit einer Urkunde, einer Medaille und einer gemeinsamen Feier im Steigenberger Hotel.

1943 in Breslau geboren und mit der Familie in den Westen geflüchtet, lebt der studierte Mathematiker seit 1961 in Langen. Das Interesse an der Politik entstand an der Universität in Darmstadt. „Dass ich gleich die richtige Partei fand, lag an den Mitgliedern hier in Langen. Ich war auf einer Veranstaltung und man hat mir dann recht schnell die Mitarbeit im Vorstand angeboten.“ Seit 1970 war Dieter Bahr Fraktionsvorsitzender, leistete insgesamt 29 Jahre Parlamentsarbeit in sieben Wahlperioden. 24 Jahre lang war er im Ältestenrat aktiv. Auch in der Sozial-, Sport- und Kulturkommission sowie im Haupt- und Finanzausschuss hat der Liberale mitgearbeitet.

Der Träger des Ehrenbriefes des Land Hessen und des Bundesverdienstkreuzes ist der Politik nie müde geworden: „Es ist die Unterschiedlichkeit der Aufgaben, die mich bis heute reizt – es kommt immer etwas Neues auf dem Tisch“, sagt Bahr. Nach kurzen Ausflügen in die Landespolitik (Kandidatur für den Landtag 1970 und 1974) und vier Jahren im Kreistag hat sich der Langener immer wieder ganz auf seine Stadt konzentriert: „Ich hatte einfach den Eindruck, hier ist die Politik am lebhaftesten, hier kann ich am meisten bewegen.“ Der größte politische Erfolg war für ihn der Erhalt der Langener Altstadt mit der S-Kurve vor dem Alten Rathaus. Die ursprünglichen Pläne hatten eine Begradigung der alten B3 mit Anschluss an die Dieburger Straße vorgesehen. „Zunächst war nur die FDP für den Erhalt der S-Kurve, nach fünf langen Jahren Überzeugungsarbeit hatten wie auch die anderen Parlamentarier überzeugt“, sagt stolz der engagierte Kommunalpolitiker.

Auch die jetzt in einer Probezeit realisierte Einbahnstraßensituation in der Bahnstraße hatte Dieter Bahr bereits Anfang der achtziger Jahre auf die Parlamentstische gebracht: „Es freut mich, das es nach so langer Zeit jetzt doch dazu kommt. Ich hoffe, dass es zur Stärkung des Einzelhandels auch so durchgehalten wird.“ Der langjährige Lufthansa-Mitarbeiter ist der Politik kein bisschen müde: „Das Stadthallenprojekt wird das nächste reizvolle Thema sein. Es ist mehr als Geldwälzerei, es steht ein großartiges Konzept dahinter“, freut sich Dieter Bahr schon auf die Umsetzung der Pläne. „Das wird spannend und interessant“. Der Mann ist auch nach 40 Jahren im politischen Geschäft noch voller Tatendrang.

von Nicole Jost, aus der FNP vom 03.11.05