"Alter SSG-Platz optimaler Standort"

Langener Zeitung, 23.08.2006

Langen (cor) - Der Bedarf für ein weiteres Seniorenheim ist eindeutig gegeben: Nach Berechnungen des Kreises wird der Anteil der über 65-jährigen Langener bis zum Jahr 2050 um zehn Prozent - von derzeit gut 17 auf 27 Prozent - steigen. "Doch bereits jetzt ist das Betreuungsangebot für Senioren mehr als knapp", weiß FDP-Ortsvorsitzender Jens Becker. Allein beim "Betreuten Wohnen" gebe es einen Bedarf von über 100 Plätzen - tatsächlich vorhanden seien derzeit 45. 
Nachdem im Frühjahr die Notwendigkeit einer Altenwohneinrichtung in zentraler Lage offiziell durch die Stadtverordneten bestätigt wurde, hat die FDP jetzt bei einer Informationsveranstaltung ihre Vorstellungen konkretisiert. Die Liberalen sehen dabei den alten SSG-Platz noch immer als optimalen Standort an.
Zur Festigung ihrer Haltung beigetragen hat der Besuch eines Wohnprojekts, das als mustergültiges Beispiel im Bereich des "altersgerechten Wohnens" gilt - der Seniorentreff im Stadtzentrum von Weikersheim (Baden Württemberg). Mathias Rhiel, FDP-Stadtverordneter und im Sozialausschuss aktiv, informierte über Details und Eindrücke, die er persönlich vor Ort gesammelt hatte: "Flexibilität und Barrierefreiheit sind die zentralen Aspekte, die in Weikersheim das altersgerechte Wohnen ausmachen", erklärte Rhiel. Die Anzahl der Wohnungen sei dank der Architektur, die das Einfügen von Wänden problemlos ermöglicht, variabel - ebenso wie die Appartements an sich. "Die Wohnungen passen sich den Menschen an, nicht umgekehrt", so Rhiel. Den privaten Investoren sei darüber hinaus die Verbindung von altersgerechter Einrichtung und Modernität gelungen. Und noch ein Aspekt gefällt den Liberalen: "Das Seniorenzentrum ist in der Altstadt - mittendrin."
Auf diese Eindrücke aufbauend formulierte die FDP ihre Vorstellungen einer Langener Seniorenwohnanlage: "Wir wollen eine Anlage mit betreutem Wohnen, die ein selbstbestimmtes Leben im Alter ermöglicht", sagte Becker. "Pflegeangebote sollen dafür sorgen, dass krankheitsbedingte Umzüge überflüssig werden. Eine integrierte Demenzeinrichtung wäre denkbar", so Becker. Wie im Modell "Weikersheim" sprechen sich die Liberalen für einen Standort mitten in der Stadt aus: "Der alte SSG-Sportplatz an der Zimmerstraße ist optimal; mit dem ZenJA, Kirchen und Schulen nebenan könnte ein richtiges Zentrum entstehen", meinte Becker. "Eventuell wäre es möglich, auch das Seniorenzentrum Haltestelle zu integrieren."
Auf den Vorwurf, dass man alles zubetonieren wolle, ist Becker vorbereitet: "Um die neue Turnhalle am Gymnasium werden Sportflächen, am Seniorenzentrum ein Demenzgarten angelegt", argumentiert der FDPler, unabhängig davon gäbe es in Langen keinen Standpunkt, von dem aus man nicht innerhalb einer Viertelstunde im Grünen sei, so Becker.