Die "Kommunalen Betriebe Langen" (KBL) bestehen seit 1995 und verursachen seit dem den Stadtverordneten immer wieder Kopfzerbrechen. Seit 2005 steht die „schwarze Null“ als realistisches Ziel im Raum: „Wir sind auf dem richtigen Weg, die Kennzahlen der einzelnen Geschäftsbereiche haben sich durchgehend verbessert.“ Das anvisierte Ziel, ab 2007 „durch weitere Optimierungsprozesse nachhaltig eine schwarze Null zu schreiben“, scheine erreichbar, betonte der Betriebsleiter Manfred Pusdrowski.

Für die FDP-Fraktion ist diese ermutigende Perspektive Grund genug, weiter in die Zukunft und auf kommende Entwicklungen speziell in der Entsorgungswirtschaft zu blicken. Und da gibt es gute Tendenzen, die aus der Theorie in die konkrete kommunale Praxis zu holen und zu analysieren sind.

Der FDP-Bundesparteitag am 13.-14. Mai 2006 in Rostock beschließt in seinen Grundsätzen liberaler Umweltpolitik u.a. 

Abfall ist gebrauchter Rohstoff, der sinnvoll stofflich oder energetisch zu nutzen ist. Die FDP will in der Abfallwirtschaft die ökologische Effizienz verbessern, um Schadstoffe aus dem Wirtschaftskreislauf herauszunehmen und Böden und Grundwasser wirksam zu schützen. Eine nachhaltige Abfallwirtschaft vermeidet Altlasten für kommende Generationen und schafft Entsorgungssicherheit durch kostengünstige Lösungen für Privathaushalte und Unternehmen.

Bei der in Deutschland derzeit praktizierten Form der Mülltrennung durch die Verbraucher werden weniger Wertstoffe genutzt als möglich und sinnvoll wäre. Eine gemeinsame Sammlung von Abfällen („graue“ in „gelber Tonne“) und eine maschinelle Trennung von Gemischen aus Verpackungs- und Restmüll durch automatisierte Anlagen kann zumindest in Ballungsräumen mehr Wertstoffe verwerten. Die Rahmenbedingungen für eine solche automatisierte Mülltrennung in geeigneten Regionen sind zu verbessern. Die Getrenntsammlung von Bioabfällen, Papier, Pappe, Karton und Glas sowie besonders problematischer Abfälle ist aber weiter nötig.

Das 18. Kasseler Abfallforum (25.-27.04.2006) hatte als einen Themenschwerpunkt „Perspektiven der Abfallwirtschaft“. Die entsprechenden Fachbeiträge bieten eine derartige Diskussionsgrundlage, wie ein zusammenfassender Bericht der HNA erkennen läßt:

Es könnte sein, dass wir schon in wenigen Jahren nichts mehr für die Müllabfuhr zahlen müssen.

Die Haushaltsabfälle in der Tonne werden nämlich mehr und mehr als wiederverwertbare Rohstoffe und als Brennmaterial für Kraftwerke genutzt. Darin sehen Fachleute wie Peter Hoffmeyer (Präsident des Bundes der Deutschen Entsorgungswirtschaft) die Chance, dass sich die Abfallwirtschaft mehr und mehr selbst trägt, weil die Kosten über die Erlöse gedeckt und mit Müll sogar Gewinne gemacht werden können. Den Vorteil hätten Haushalte, die derzeit mehrere hundert Euro jährlich für die Müllabfuhr berappen müssen


Nicht Abfall, sondern Rohstoff
Kasseler Abfallforum: Entsorgung kann sich mehr und mehr selbst tragen.
Kassel/Witzenhausen. Es könnte sein, dass wir schon in wenigen Jahren nichts mehr für die Müllabfuhr zahlen müssen. Die Haushaltsabfälle in der Tonne werden nämlich mehr und mehr als wiederverwertbare Rohstoffe und als Brennmaterial für Kraftwerke genutzt. Darin sehen Fachleute wie Peter Hoffmeyer (Präsident des Bundes der Deutschen Entsorgungswirtschaft) die Chance, dass sich die Abfallwirtschaft mehr und mehr selbst trägt, weil die Kosten über die Erlöse gedeckt und mit Müll sogar Gewinne gemacht werden können. Den Vorteil hätten Haushalte, die derzeit mehrere hundert Euro jährlich für die Müllabfuhr berappen müssen.

Den Fachleuten, die auf Einladung des Witzenhausen-Instituts für Abfall, Umwelt und Energie zum 18. Kasseler Abfallforum ins Tagungszentrum Stadthalle gekommen sind, gilt der 1. Juni 2005 als der Beginn einer neuen Zeitrechnung in der Abfallwirtschaft. Seit diesem Termin ist es verboten, Müll schlicht auf Deponien zu kippen. Die Abfälle müssen behandelt werden: Rohstoffe werden heraussortiert, der Müll wird in Verbrennungsöfen oder biologischen Anlagen direkt zur Energiegewinnung genutzt oder zu hochwertigem Sekundärbrennstoff veredelt. "Es geht nicht mehr um Entsorgung, sondern um Verwertung", beschreibt Institutsleiter Professor Dr.-Ing. Klaus Wiemer (Universität Kassel) das neue Abfall-Zeitalter. Trotz der seit Jahren praktizierten Abtrennung von Altglas, Altpapier, Verpackungsabfall und Biomüll besteht der Haushaltsabfall immer noch zu 90 Prozent aus nutzbaren Wertstoffen, erklärt Wiemer.

Das Verbot, diese Wertstoffe auf Deponien zu kippen, gilt Fachleuten als bestes Investitionsprogramm für die Abfallwirtschaft. Die Müllverwerter bekommen eine zusätzliche Steilvorlage durch die drastisch weiter steigenden Energiepreise. Dadurch wird Ersatzbrennstoff aus Restmüll immer interessanter und vor allem marktfähiger.

Das Kasseler Abfallforum, das Wiemer 1990 gestartet hatte, gilt als eine der bedeutendsten abfallwirtschaftlichen Fachveranstaltungen in Europa. Mehr als 1200 Teilnehmer aus dem In- und Ausland diskutieren bis Donnerstag über Bio- und Sekundärrohstoffverwertung sowie die neuesten Entwicklungen in Sachen Müll, zum Beispiel auch die seit März diesen Jahres gültige kostenlose Rücknahme von alten Elektro- und Elektronikgeräten. 84 Aussteller aus Industrie und Dienstleistung informieren die Abfall-Fachleute ergänzend zu den zahlreichen Fachvorträgen. Annähernd 20 000 Fachleute haben seit 1990 an den Kasseler Foren teilgenommen.

Von Jörg Steinbach

Internet: www.abfallforum.de 
Quelle: www.hna.de vom 26.04.2006
Rubrik: Hessen 26.04.2006

 

Der BDE-Präsident Peter Hoffmeyer hat seine Sicht bereits bei Amtsantritt 2004 in einem Interview konkret ausgedrückt:

"Ist mit dem Wandel der Entsorgungswirtschaft zur „sich selbsttragenden Ressourcenwirtschaft“ gemeint, dass die Abfallwirtschaft sich aus Erlösen der gewonnenen Rohstoffe finanziert und selbst trägt? Ist das nur eine Vision oder ein konkretes Ziel, das erreichbar erscheint?"

"Das ist ein konkretes Ziel, das erreichbar scheint. Allerdings werden die Rohstoff-Erlöse alleine noch nicht ausreichend sein. Es ist wie immer etwas differenzierter. Man wird zwar in einer ferneren Zukunft durch die Verknappung der Primärstoffe immer höhere Erlöse für die Sekundärrohstoffe oder –brennstoffe erzielen. Dieser Trend ist heute erkennbar, auch wenn wir das noch nicht mit genauen Zahlen quantifizieren können. Auf der anderen Seite ist der Begriff aber so zu verstehen, dass wir in Zukunft mehr Materialien und Produkte haben werden - wie wir es vom DSD, vom Grünen Punkt kennen - in denen für die Entsorgung und Verwertung bereits entsprechende Zahlungen enthalten sind. Sie tragen zur so genannten Co-Finanzierung bei. Auf lange Sicht zahlt der Verbraucher nicht mehr für die Graue Tonne und für die Beseitigung der Restabfälle. Sondern die Entsorgungsunternehmen erhalten ihr Geld von den Marktteilnehmern plus den erzielten Rohstoff-Erlösen. Das ist das Ziel. Und es ist nur zu erreichen, wenn es klar benannt und festgelegt ist."(Quelle: Interview mit Peter Hoffmeyer, Neuer BDE-Präsident,Vorstandsvorsitzender Nehlsen AG, www.bde-berlin.de, BDE-Jahrestagung 01.10.2004)


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