Von Holger Borchard

Vierspurig oder zweispurig? Der vermutlich irgendwann mal kommende Ausbau der Bundesstraße 486 zwi­schen Langen und der A 5 scheidet die Geister und bleibt interessantes Sommerthema. Handfestes zu diskutie­ren gibt es noch gar nicht, vielmehr erleben wir aktuell das Vorgeplänkel um (neue) politische Positionierungen inner­halb Langens. Die Sozialdemokraten haben vorgelegt, mit ih­rer „Kehrtwende“ hin zur Befürwortung eines nur noch zwei­spurigen Ausbaus — und dabei offenbart, dass die Einigkeit in ihren Reihen längst nicht so gegeben ist, wie man es glauben machen möchte. Die Zustandsbeschreibung trifft gewiss ebenso auf andere Fraktionen zu. Von denen legt als erste nun die FDP nach und den Finger in die Wunde: Wirtschafts­förderung, von je her liberales Zauberwort, heißt der Spiegel, den Dieter Bahr & Co. der Verwaltung vorhalten. Natürlich schießen sie sich dabei auf Bürgermeister Frieder Gebhardt ein. Der redet inzwischen der zweispurigen Variante das Wort. Damit bringt der Rathaus-Chef nicht nur Amtsvorgän­ger Dieter Pitthan auf die Palme, sondern sich selbst in Erklä­rungsnot. Denn dem von Gebhardt aktuell bei jeder Gelegen­heit blühend (und im Wahlkampf noch blühender) ausgemal­ten Aufschwung Langens in den kommenden Jahren stünde fraglos der vierspurige Ausbau der wichtigen Verkehrsader B 486 besser zu Gesicht als ein schön hergerichteter zweispu­riger Flaschenhals.

Das Argument Wirtschaft freilich wird immer wieder ger­ne gezogen, um andere Argumente totzuschlagen. Wie wäre es mal mit einem anderen Stichwort? Es lautet: Sicherheit. Ein Leser, dessen Sohn als Rettungssanitäter im Kreis unter­wegs ist, berichtet, wie schwer es für Rettungswagen ist, bei Unfällen auf der verstopften Bundesstraße voranzukommen. Das führe mitunter zu abenteuerlichen Umwegen durch den Stadtwald, um überhaupt an den Einsatzort zu gelangen. Fa­zit: „Auf der Straße sterben die Leut‘, während die Rettungs­sanitäter im Stau stecken.“ Auch das ist ein Aspekt, der deut­lich mehr als eine Fußnote ist.

Notizbuch der Woche aus der Langener Zeitung vom 2. August 2014