Wohnbebauung an der Liebigstraße: Bürgermeister kontert Kritik des FDP-Fraktionschefs Dieter Bahr
Langen (fm) - Die Schelte der Jungen Union ignoriert er, aber die Kritik des FDP-Fraktionsvorsitzenden Dieter Bahr an seiner Haushaltsrede will Bürgermeister Frieder Gebhardt (SPD) so nicht stehen lassen. Dessen Aussagen, so der Rathauschef, hätten ihn „verwundert“.

Bahr hatte Gebhardt sinngemäß vorgeworfen, er habe die geplante Umwandlung der brachliegenden Grundstücke an der Liebigstraße unwidersprochen hingenommen und damit eine Chance vertan, Einbrüchen bei der Gewerbesteuer entgegenzuwirken. „Dieser Meinung kann man ja sein“, meint Gebhardt. „Aber warum hat Dieter Bahr, warum hat die gesamte FDP-Fraktion dann in den Jahren 2007 und 2009 dem Vorschlag zugestimmt, an der Liebigstraße Wohnungen anstatt Büros zu bauen?“

Im Übrigen sei die Umwandlung der Flächennutzung keine Erfindung von ihm, sondern das Ergebnis der Beratungen in der Lenkungsgruppe Stadtumbau, so Gebhardt. Die Flächen an der Liebigstraße seien über Jahre hinweg auf dem Markt für Gewerbeimmobilien angeboten worden – bekanntermaßen ohne jeden Erfolg. Aus dieser Erkenntnis heraus sei im Zuge des Stadtumbauprogramms die Idee für eine hochwertige Wohnbebauung entstanden. „Wenn wir es dadurch schaffen, den Stadteingang an der Bahn aufzuwerten und wenn durch den Zuzug in das neue Wohngebiet das Aufkommen an Einkommensteuer steigt, ist das ja auch ein großer Gewinn.“

Dass den Liberalen missfällt, jährlich 250 000 Euro mehr fürs Kita-Personal auszugeben, erklärt Gebhardt mit Unkenntnis der Lage auf dem Arbeitsmarkt. „Wenn die FDP auf diese Ausgabe verzichten will, muss sie auch sagen, dass es zu erheblichen Einschränkungen bei der Kinderbetreuung bis hin zur Schließung von Einrichtungen kommen kann, weil wir kein geeignetes Personal mehr finden. Wenn wir die in anderen Kreiskommunen längst vollzogene Anhebung nicht vornehmen, wird uns qualifiziertes Personal nicht nur fehlen, sondern wegen besserer Bezahlung in die Nachbargemeinden abwandern.“

Langener Zeitung vom 16.09.11