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Liberale legen beim Dreikönigstreffen ihre Wunschliste für Langen vor. Die Partei solle die Niederlage als Chance begreifen, so der Tenor beim Dreikönigstreffen der FDP. Zudem gebe es in Langen viele Projekte, die angegangen werden müssten.

Langen. Die Langener FDP hatte – wie ihre Parteikollegen bundesweit – zum Dreikönigstreffen gebeten. Im Steigenberger Hotel nahmen Parteivorsitzender Rolf Diefenthäler und Fraktionschef Christian Jaensch die Parteimitglieder und Gäste aus den Langener Vereinen in Empfang. Wer einen Katzenjammer nach dem knapp geschafften Einzug in den hessischen Landtag und den Verlust der Parlamentsmitgliedschaft im Bundestag erwartet hat, hat sich getäuscht. Christian Jaensch machte Mut, den Rückschlag als Chance zu begreifen.

Unabhängig wie nie zuvor

Jaensch ist überzeugt von dem neuen Team um Christian Lindner, Wolfgang Kubicki und Nicola Beer. „In den vergangenen Jahren wurde die FDP trotz guter Ansätze nicht so wahrgenommen, wie sie es verdient hatte. Unsere Partei ist jetzt so eigenständig und unabhängig wie niemals in ihrer Geschichte zuvor. Wir definieren uns nicht mehr über die Nähe oder die Ferne zu irgendeiner anderen Partei“, sagte Jaensch und betonte: „Unsere Werte sind unverändert richtig: Marktwirtschaft, Rechtsstaat, Toleranz.“

Applaus erhielt der Fraktionsvorsitzende für seine Aussagen zu den Themen erneuerbare Energien und Bildung. Er forderte ein angemessenes Tempo zur Umsetzung der Energiewende und eine breite Einbeziehung der europäischen Partner. In Sachen Bildung stehe die FDP für das Gymnasium, das die Schulform der Mittelschicht sei und mehr individuellen Gestaltungsraum für die Pädagogen.

Aber auch die kommunale Politik in Langen nahm Christian Jaensch unter die Lupe. Das „Muskelzucken“ von Rot-Grün lasse keinen Spielraum für politisches Verhandeln. Von Konsolidierung sei keine Spur, und die Verschuldung Langens belaufe sich zum Ende des Jahres auf 89 Millionen Euro, sagte Jaensch und belegte diese Kritik mit dem Neubau der Kita Zimmerstraße, der Anhebung des Stellenschlüssels in der Kinderbetreuung und der Ablehnung der Erhöhung der Kita-Gebühren mit einigen Beispielen. Auch Parteivorsitzender Rolf Diefenthäler setzte seinen politischen Fokus in seiner Ansprache auf die eigene Stadt.

Er kritisierte die Aufweichung des Einzelhandelskonzeptes und zeigte die Stagnation beim Umbau der Bahnstraße und beim lange geplanten Parkspangenkonzept auf. Die FDP sei nicht gegen Veränderung: „Wir freuen uns auch über die Neu-Ansiedlungen in der Pittlerstraße oder die Wohnbebauung in der Elisabeth-Selbert-Straße. Es ist schön zu sehen, dass sich nun endlich etwas bewegt.“ Das „Megaprojekt“ Liebigstraße hält Diefenthäler hingegen wegen der Nähe zu den Bahngleisen und der damit verbundenen Lärmbelastung für falsch.

Zum Abschluss seiner Rede legte er eine ganze Wunschliste für Langen vor, auf der beispielsweise der Ausbau der B 486, eine verantwortungs- und maßvolle Finanzpolitik und keine Flucht unter einen Rettungsschirm, der Langen das Recht auf Selbstbestimmung und Eigenverantwortung nähme, stehen. „Und einen Bürgermeister, mit dem wir konstruktiv und offen das Beste für unser Langen erarbeiten können“, fügte der Parteivorsitzende hinzu.

Von Nicole Jost, aus der Frankfurter Neue Presse vom 08.01.2014


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Die FDP Langen hatte zum Dreikönigstreffen eingeladen, mit dabei war auch Landtagsabgeordneter René Rock (2. von links). Foto: Nicole Jost

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