Suche

Frankfurter Neue Presse, 08.01.13

Die FDP will nun bei den Wählern für eine zweite Chance werben

Die Langener Liberalen machen die Bundespartei für die Misere verantwortlich. In der Lokalpolitik kritisieren die Liberalen die halbherzige Sparbereitschaft der anderen Parteien.

Von Nicole Jost

3kt_2013

Christian Jaensch (v.l.), Mathias Rhiel, Rolf Diefenthäler, Günther Krumm, René Rock und Dieter Bahr hatten zum Dreikönigstreffen der FDP geladen. Foto: njo

Langen.  In einem waren sich FDP-Kreisvorsitzender René Rock, Langens Fraktionsvorsitzender Christian Jaensch und Parteivorsitzender Rolf Diefenthäler auf dem Dreikönigstreffen im Steigenberger Hotel einig: Es sind schwierige Zeiten für die Liberalen. "Für Hessen und für uns in Langen nehme ich in Anspruch, dass es nicht an den handelnden Personen liegt. Vielmehr sehe ich die Bundespartei im Visier", machte Christian Jaensch die Schuldigen für die anhaltenden Umfrage-Tiefs der Liberalen aus.

Durchaus intelligent 
Es liege nicht am Programm der Partei, sondern an den Führungspersönlichkeiten. Jaensch bezeichnete FDP-Chef Philipp Rösler als eine "Karikatur Westerwelles mit fehlendem Profil". "Rösler ist ein angenehmer, charmanter und durchaus intelligenter Mann. Er bringt in der Öffentlichkeit aber nicht das Gewicht auf die Waage, das man von einem Spitzenpolitiker erwartet." Rösler habe das Ziel, der Partei Dynamik zu geben, nicht erfüllt und es sei an der Zeit, ihn zu ersetzen. "Bleibt aber die Frage, wer kommt danach, wer hat das Gewicht, das der Wähler ernst nimmt? Brüderle, Kubicki und Lindner sind die Namen, die mir einfallen", sagte der Fraktionsvorsitzende.

René Rock machte den Parteikollegen Mut für die Zukunft. Es sei ein hartes Jahr für die FDP gewesen und oftmals selbst verschuldet: "Die Kollegen in Berlin fallen über ihre eigenen Füße. Aber dennoch hat die schwarz-gelbe Bundesregierung in schwierigster Zeit dafür gesorgt, dass Deutschland ziemlich gut dasteht. Wie es anders aussehen kann, beweisen die Beispiele Frankreich, Spanien oder England." Die FDP brauche eine zweite Chance, um einiges noch besser zu machen und es sei jetzt an der Zeit, für diese zweite Chance bei den Wählern zu werben.

Rolf Diefenthäler beleuchtete in seiner Dreikönigsrede die Langener Politik und schob sein Fazit vorneweg: In der Kommunalpolitik sei so mancher Bock geschossen worden. Langen fehle es an einem klaren, schlüssigen Konzept, die Haushaltslage habe sich katastrophal verschlechtert und die Sparbereitschaft sei bloß halbherzig. Die Verkaufserlöse aus den Grundstücksverkäufen in der Elisabeth-Selbert-Straße nicht in die Schuldentilgung zu stecken, bezeichnete Diefenthäler als eine Farce.

Standort für Seniorenheim

Er brachte auch die Kita Zimmerstraße noch einmal zur Sprache: "Wir sagen Ja zu einer Renovierung der Kita, aber Nein zu einem aufwendigen Neubau auf dem alten SSG-Gelände, das halten wir nach wie vor für einen Standort für ein Seniorenheim." Darin wurde er auch von Christian Jaensch bestärkt: "Wir haben leider nicht verhindern können, dass rote Politik mit grünem Daumen ein weiteres Finanzloch mit dem Neubau der Kita auf dem alten SSG-Gelände schaffen wird." Er kritisierte zudem den Beschluss, die bevorstehenden Grundstücksverkäufe nicht zur Schuldentilgung zu nutzen. 


Ihr Bundestagskandidat

KRK