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Die Langener Liberalen feiern den 60. Geburtstag ihres Ortsverbandes

FDP blickt auf bessere Zeit zurück

Frankfurter Neue Presse, 26.02.2007 (Nicole Jost)

Gemeinsam mit Ruth Wagner, Vizepräsidentin des hessischen Landtags, feierten die Mitglieder der FDP Langen das 60-jährige Bestehen ihrer Partei. Im Steigenberger Hotel hatten die Liberalen zum gemeinsamen Anstoßen eingeladen, Orstverbandsvorsitzender Jens Becker erinnerte zunächst an die Geschichte seiner Partei in der Sterzbachstadt. Im Wochenblatt der Stadt sei vermutlich über die Gründungsversammlung berichtet worden. Danach haben sich am 23. April 1946 etwa 20 bis 25 Leute im Frankfurter Hof zusammengefunden. ?Der erste Vorsitzende war Georg Bär, der aus der Deutschen Volkspartei Gustav Stresemanns kam?, berichtete Becker von den vermutlich ersten Treffen. Zu einer politischen Kraft ersten Ranges sei der Liberalismus in Langen mit dem Altliberalen Oswald Kohut geworden. Er hatte Ende Mai 1947 die Langener CDU verlassen und den ?Unabhängigen Demokratischen Ortsverband? gegründet, mit dem er sich am 3. Juli 1947 dem Langener Ortsverband der Liberaldemokratischen Partei anschloss. Der ?Rebell von Langen?, wie er genannt wurde, sollte die Geschicke der Partei mit ebendieser kämpferischen Haltung bis in den Deutschen Bundestag und die Bundesführung der FDP über Jahrzehnte gestalten. ?In seine Zeit fällt auch das beste Wahlergebnis, das die Langener FDP/LDP bei einer Kommunalwahl erhalten hat. 2422 von 6822 beziehungsweise 35 Prozent hatten die Liberalen damals erhalten?, erzählte Jens Becker.

Diese guten Ergebnisse sind Geschichte, schon bei der nächsten Kommunalwahl 1952 hatte die FDP nur noch 8 Prozent der Wählerstimmen erhalten, und bei der Wahl 1956 wurde Langen eine Legislaturperiode lang ohne die FDP regiert. In den vergangenen 60 Jahren scheiterte die FDP drei Mal an der fünf Prozent-Hürde. Jens Becker bedankte sich besonders bei Dieter Bahr, der seit 1965 Parteimitglied ist und schon 1970 Fraktionsvorsitzender war: ?Ihm ist es zu verdanken, dass die FDP in der regierungsfreien Zeit nach 1989 und 1997 nicht zerfallen ist. Dieter Bahr zeigte auch seine Liebe zur Altstadt: Die Begradigung der ehemaligen B 3 war beschlossen. Die S-Kurve sollte fallen. Dass gerade mal zwei Mann starke Team der FDP hatte eng mit Professor Frank Oppermann, der damals treibenden Kraft der Altstadtinitiative, zusammengearbeitet. Es wurde die Landesdenkmalpflege eingeschaltet, und zum Schluss wurde die Begradigung einstimmig vom Stadtparlament aufgehoben?, erinnerte Becker an die größten politischen Erfolge seiner Partei.

Ruth Wagner lobte die konstante politische Arbeit. Auch Bürgermeister Dieter Pitthan hatte Lob für die Liberalen. ?Ihre Suche nach Lösungen im Sinne der Stadt und Ihre Argumente möchte ich nicht missen?, sagte das Stadtoberhaupt.


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